Konzert: Tarabya Ensemble

am Sonntag, den 05.04.2017 um 20:30 Uhr

Salon İKSV [İstanbul Kültür ve Sanat Vakfı, Eczacıbaşı Binası, Sadi Konuralp Cad. No: 5, Şişhane, Istanbul]

Eintritt frei

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Tarabya Ensemble ist ein zeitgenössisches Ensemble für komponierte und improvisierte Musik, in einer deutsch-türkischen Besetzung, zusammengestellt von Christian Thomé.

Die Idee für dieses Projekt entstand während seiner Zeit als Stipendiat in der Kulturakademie Villa Tarabya. Es war sein Wunsch eine interkulturelle Gruppe mit deutschen und türkischen Musikern unterschiedlicher kultureller und künstlerischer Herkunft zu gründen. Das Verbindungselement  ist dabei die zeitgenössische Improvisation.

Der erste Schritt ist nun getan: das Projekt bleibt jedoch offen für andere Musiker, die in Zukunft nach Istanbul und in die Kulturakademie Tarabya kommen. So soll der Band auch eine langfristigere Existenz beschieden werden.
Method [ˈmeθəd], die Überschrift des Ensembles, bezieht sich auf den gemeinsamen Ausgangspunkt, den magischen Impuls, der die Gruppe beflügelt auf dem Weg in verschiedene Methoden der Kommunikation, von denen ein paar vielleicht auch heilsame Therapien sein können.

Die Premiere des Ensembles hatte am 11.12.2016 im IKSV Salon stattgefunden.

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Michael Schiefel / Gesang- Elektronik
Angezogen von der dort neu entstehenden Jazzszene zog Michael Schiefel Anfang der neunziger Jahre nach Berlin. Seitdem begeistert er mit seinen verschiedenen Solo- und Bandprojekten Jazzfans im In- und Ausland. Bereits 1997 erfuhr seine erste Soloplatte "Invisible Loop" viel Lob von Publikum und Presse. Ebenso positive Resonanz rief Schiefels eher introspektive CD "I Don't Belong" hervor. In Verbindung mit seiner markant virtuosen Stimme experimentiert er mit den Ausdrucksmöglichkeiten von Loop-Geräten und anderer Elektronik. Aus dieser einzigartigen Kombination entstehen so Gefühle der Leidenschaft und Entfremdung. Im September 2006 erschien Schiefels Solo CD "Don't Touch My Animals", deren deutsche und englische Lieder von der Liebe, vom Großstadtleben oder Apfelkuchenköniginnen erzählen.

Aber immer alleine auf der Bühne zu stehen. bereitet auch keinen Spaß: Ob Funk und Pop mit der Band „Jazz Indeed“, Modern Jazz mit David Friedman, Big Band mit „Thärichens Tentett“ oder Balkan-Jazz mit dem deutsch-bulgarischen Quintett „Batoru“ - in jedem Fall kann der Hörer Michael Schiefels vielseitige Stimme immer wieder neu entdecken.

Wenn er nicht gerade als Professor für Jazzgesang in Weimar anstrebende Künstler unterrichtet, begegnet man ihm auf Konzerten und Festivals in aller Welt. Neben zahlreichen Auftritten in Deutschland ist Michael – unter anderem als Gastkünstler des Goethe-Instituts – in Europa, Amerika, Asien und Afrika unterwegs.
 
Oğuz Büyükberber / Klarinette
Die musikalische Arbeit des türkischen Klarinettisten Oğuz Büyükberber liegt an der Schnittstelle von zeitgenössischer Komposition, Improvisation, Türkischer Musik und Jazz. Er studierte Bass-Klarinette am Conservatorium van Amsterdam und an der Mimar Sinan Universität für Schöne Künste in Istanbul. Er trat bereits bei den größten Festivals in ganz Europa auf – unter anderem beim North Sea Jazz Festival, bei Traumzeit, dem Akbank and London Jazz Festival. Oğuz Büyükberber hat über 50 CDs aufgenommen, davon 13 als eigene Produktionen. Derzeit lebt der Künstler in Amsterdam und arbeitet mit internationalen, namhaften Musikern wie Simon Nabatov, Gerry Hemingway, Guus Janssen, Claudio Puntin und Wolfgang Reisinger, Ayşe Tütüncü, Hüsnü Şenlendirici und Erkan Oğur

Seine anspruchsvollen freien Improvisationen zeugen von einer immerwährenden Suche nach Strukturen und neuen Formen. Die Musik Performances des Künstlers werden mit eigenen visual art performances unterlegt, und es entstehen neue Wege, live-electronics in seine Musik zu integrieren.

Im Jahr 2012 wurde Oğuz Büyükberber die Carte Blanche von Bimhuis in Amsterdam verliehen; 2011 wurde er von der renommierten Instrumentenfirma Selmer zum „Selmer –Artist“ ernannt.
 
Nora Krahl/ Cello
Die Leidenschaft der in Berlin lebenden Cellistin, Komponistin und Performerin Nora Krahl gehört der zeitgenössischen Musik. Sie konzertierte in ganz Europa, den USA, dem Nahen Osten und in Asien bei internationalen Festivals und arbeitete mit Komponisten wie Tristan Murail, Helmut Lachenmann, Martin Bresnick, Johannes Kalitzke und Michael Gordon und Ensembles wie Ensemble Resonanz, Reflexion K, Bang on a Can oder Zeitkratzer.

Ein besonderer Focus in ihrer Arbeit liegt auf der akustischen und elektronischen Improvisation. In dem Projekt CHROMATOPHORE sucht sie in der Zusammenarbeit mit der bildenden Künstlerin Sena Basöz (Istanbul) nach Möglichkeiten der Verschmelzung von visuellen und akustischen Medien.  Sie gründete „The Octopus“, ein Celloquartett für freie Improvisation und „Rabiator“, ein Duo für analoge Elektronik mit dem Komponisten Felipe Waller. Sie arbeitet als Komponistin, Regisseurin und im Bereich Theater, Musiktheater und Film. 2015 hat sie ihre Solokompositionen „Guerin“ und „in between words“ (im Hamburger Bahnhof, Berlin) uraufgeführt und 2016 Verrine im BKA, Berlin. In diesem Jahr führte sie Regie bei ihrer ersten Musiktheater-Produktion „Persona non Grata“ in New York. Sie hat die Musik für den türkischen Dokumentarfilm „Time Worm“ komponiert und mit der Japanischen Tänzerin Aya Irizuki die Werke „Static Air“ und „Silk“ entwickelt. Seit 2009 unterrichtete sie an der Folkwang Universität der Künste Essen und gibt Workshops und Meisterkurse zum Thema „Das Cello im 20. und 21. Jahrhundert“.
 
Sevket Akıncı/ Gitarre
Gitarrist, Komponist, Arrangeur und Produzent Sevket Akinci wurde 1972 in Izmir geboren. Er studierte Komposition am Berklee College of Music. 1996 erschien sein Album Ucurumda Açan.  Seine Musik reicht von traditionellem Jazz (Neset Ruacan Trio) zu freier Improvisation und Free Jazz (Wet Dog, Century, Totes Land, holy Ghost) bis  Fusion (Lifeline, Weed) und zu türkischer Kunstmusik (Elektronik Kumpanya).  Akinci‘s Projekte verbinden Musik mit verschiedenen Disziplinen wie Literatur, Tanz, Theater, Architektur, Bildende Kunst und Malerei, so zum Beispiel seine Arbeit mit Sirin Soysal Alben, Mugwump, Sputnik Sweetheart, Mutant, Konjunktur.

Sevket Akinci nahm an verschiedenen Festivals für Freie Improvisation in den USA und in Japan teil und trat auf mit namhaften Musikern  wie  Ernst Reijseger, Tristan Honsinger, Anthony Coleman, Mark O'Leary, Eugene Chadbourne, Luc Ex, Wolter Wierbos und Le Quan Ninh.

Sevket Akıncı veröffentlichte mehr als zwanzig Alben und  moderiert seit 2006 das Programm „Der andere Jazz“ über freien Jazz und freie Improvisation  im Acık Radio. Sein Buch „Der andere Jazz“, wird im Pan Verlag erscheinen. Er war Teilnehmer an mehreren Panels und Workshops über die Jazzgeschichte.  Seine Gedichte werden in AlDzine und Moal O  veröffentlicht und sein Gedichtband ‚Hezeyan Sözlüğü“  erschien beim Artshop Verlag.

Er unterrichtet Jazzgeschichte und experimentelle Improvisation und Hamonierlehre an der Jazzakademie der Bahcesehir Universität.
 
Tolga Tüzün / Klavier
Tolga Tüzün (Ph.D.) ist ein elektro-akustischer Komponist und Performer. Er begann im Alter von elf Jahren  mit klassischem Klavierunterricht. Nach seinem BA in Politikwissenschaften studierte er Komposition bei Pieter Snapper und Marc Wingate und fortgeschrittene Orchestration bei İlhan Usmanbaş und Hasan Uçarsu an der Technischen Universität Istanbul, Center for Advanced Music Studies.

Während seiner Promotion in Komposition am  CUNY Graduate Center studierte er bei David Olan und Tristan Murail in New York, und bei Philippe Leroux in Paris.

Er hat Vorträge gehalten zur Musiktheorie und elektro-akustischer Musik auf internationalen Konferenzen und unterrichtete von 2003-2005 Harmonielehre und Komposition am Brooklyn College Conservatory of Music. Tolga Tüzün arbeitete von  2005-2006 im Komposition- und elektroakustischen Musikbereich des IRCAM (Forschungsinstitut für Akustik/Musik) in Paris.

Neben seinem kompositorischen Schaffen ist er auch aktiv in der experimentellen Jazz- und elektronischen Musikszene, und zwar sowohl als Solokünstler als auch in Bands.  Er hat gearbeitet mit renommierten Musikern wie Oguz Büyükberber, Korhan Erel, Nora Krahl und Ned Mc Gowan,  sowie Bob Ostertag, Frank Gratkows, Nicolas Crosse, Sam Briton und Anil Eraslan.

Tolga Tüzün ist als Professor an der Bilgi Universität tätig und unterrichtet dort Komposition und elektronische Musik. Seit  2010 ist er  Leiter der Abteilung für Musikwissenschaften.

Christian Thomé / Schlagzeuger
Christian Thomé wurde 1970 in Düsseldorf geboren. Der Schlagzeuger, Komponist, Arrangeur, Produzent und Pädagoge lebt seit 1997 in Köln. Zentrum seiner Arbeit ist die stetige Weiterentwicklung seines unkonventionellen, facetten- und klangfarbenreichen Schlagzeugspiels. Er ist festes Mitglied des Trio Ivoire von Hans Lüdemann, der Gruppe Quadrivium um Markus Stockhausen, der Band Nanoschlaf, dem Trio Momentum von Katrin Scherer und der Band der Sängerin Niobe. Christian Thomé ist Lehrbeauftragter für Jazzschlagzeug, Jazzensemble und Fachdidaktik am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück. Er lebt zur Zeit als Stipendiat der Kulturakademie Tarabya in Istanbul.

Tarabya Ensemble

Ankündigung Konzert "Tarabya Ensemble"

Christian Thomé

Christian Thomé

Der 1970 in Düsseldorf geborene Jazz-Schlagzeuger Christian Thomé wird bis Ende Dezember 2016 in Tarabya leben und arbeiten.